05.01.2011
Präsident Urho Kekkonen war ein großer Liebhaber Lapplands und eifrig darauf bedacht, Einheimische bei seinen Besuchen in Salla zu treffen.
Während eines seiner Besuche in Salla, kehrte er bei Vihtori Vuorela ein, um dort Kaffee zu trinken. Die Dame des Hauses hatte sogar eine weiße Tischdecke für den hohen Besuch gebügelt. Als er seinen Kaffee trank, verschüttete Präsident Kekkonen versehentlich etwas auf die weiße Tischdecke. Er entschuldigte sich bei der Frau, die selbstverständlich beschwichtigt reagierte und meinte, es sei ja nichts passiert.
Nach einer Weile geschah dem Gastgeber dasselbe Missgeschick und hinterließ weitere Kaffeeflecken auf dem weißen Tischtuch. Empört begann seine Frau, ihn zu beschimpfen: “Und nun noch so ein Tollpatsch…”
Nichts desto weniger blieb der hohe Besuch bis zum Schluss freundlich.
Es dauerte nicht lange nach dem Besuch, als Vuorela’s Frau ein Päckchen aus der Hauptstadt erhielt und, wer hätte das gedacht, direkt aus dem Büro des Präsidenten.
Das Päckchen beinhaltete zwei weiße Tischtücher mit folgender Notiz: ”Vom ersten Tollpatsch.”
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05.01.2011
Der in Sarviselkä von Salla lebende Veikko Hämäläinen transportierte mit seinem Kipplaster Felsblöcke für die Panzerabwehrlinie des Stadtzentrums. Dies tat er regelmäßig, angefangen im Herbst 1940 bis April des darauffolgenden Jahres. Zehn weitere Lastwagen bewältigten dieselbe Aufgabe vom Gebiet Kaunisharju aus – dort, wo sich heute der Rentierpark befindet –, also am Fuße der Bergtundra Sallatunturi, sowie in Hatajavaara. Die meisten Felsblöcke stammten aus der Bergtundra Sallatunturi. Jeder einzelne Felsblock wurde mit bloßen Händen aufgehievt, woraufhin der Lastwagen unter diesen fuhr und sich der Felsblock auf dessen Ladefläche senkte. Falls dieses schwierige Unterfangen auf einem steilen Abhang stattfand, musste man besonders vorsichtig sein. Einmal geschah es an einer äußerst ungünstigen Stelle, direkt neben einem Steilhang, dass Veikko plötzlich das Versagen seiner Bremsen bemerkte. Um den Lastwagen zum Halten zu bringen, musste er diesen seitlich umlenken. Aber als er seinen Laster um die Kurve lenkte, stürzte der dreitonnige Koloss in Seitenlage und rollte schließlich aus.
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05.01.2011
In den nördlichen Gebieten von Salla, in der Region Tuntsa, gibt es inmitten der Wildnis eine Berghütte mit dem Namen Murhahaara (Mörder-Abzweigung). Über mehrere Jahrhunderte hinweg wurde darüber gemunkelt, dass es in der Hütte spukt. Man kann im Gästebuch der Hütte schwarz auf weiß die Warnungen der ehemaligen Gäste lesen, die davor warnten, hier die Nacht zu verbringen, denn Geister würden in den Nachtstunden hier erscheinen. Die Erzählung, welche hinter dem Namen der Hütte steckt, sowie der nahegelegene Fluss geben Aufschluss darüber, warum rastlose Seelen noch immer durch diese Gegend geistern.
Es geschah Im 17. Jahrhundert, dass ein Lappe aus Onkamojärvi in Salla mit seinem Rentier namens Illa einen anderen Lappen in Martti in Savukoski besuchte. Die beiden Männer gerieten in Streit, woraufhin der Lappe aus Martti den Lappen aus Onkamo ermordete und sein Rentier abschlachtete. Nachdem einige Wochen vergangen waren, machten sich die Söhne des Lappen aus Onkamo, 17 und 20 Jahre alt, auf die Suche nach ihrem Vater. Aber der Lappe aus Martti behauptete, er habe den Mann aus Onkamo gar nicht getroffen. Sein Sohn aber machte den Fehler, seinen Vater zu fragen, ob er etwas Rentier-Fleisch vom Rentier Illa hereinbringen sollte, um den Gästen eine Suppe daraus zu bereiten. Die beiden Brüder bemerkten dies rechtzeitig, ließen sich aber nichts anmerken.
So vereinbarten die Männer einen gemeinsamen Fischer-Ausflug zum Värriö Fluss für den kommenden Herbst. Bei ihrem Ausflug am Fluss hielten die Brüder aus Onkamo Wache, und als der Lappe aus Martti eingeschlafen war, ermordeten sie ihn. Sie entführten den 12 jährigen Sohn des Lappen und ertränkten diesen in einiger Entfernung in einem Eisloch im See. Zur Rechtfertigung ihrer Taten machten die Brüder folgende Aussage: “Ein Gauner bringt nur Gauner hervor, und ein Gauners-Sohn ist und bleibt selbst ein Gauner.”
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05.01.2011
Es geschah im Jahre 1938, als Jaska Repo eine Grube aushob und dabei ein außergewöhnlich aussehendes, baumstumpfartiges Objekt zum Vorschein kam, das seine ganze Aufmerksamkeit weckte. Das Holzobjekt war ungefähr 154 cm lang und ca. 15 cm breit, und seine Form ähnelte jener einer Skispitze. Es war von einem Pflugrad sozusagen geköpft worden, da es sehr morsch und brüchig war. Die Reste des Skis waren bis auf weiteres im Erdboden gelassen worden. Besonderes Interesse weckte der Fund beim Finnischen Nationalmuseum, da es sich anscheinend um den ältesten Ski der Welt handelte. Das Alter des Skis wurde mittels Radiocarbon-Methode ermittelt und ergab, dass dieser aus dem Jahre 3245 v.Chr. stammt. Es handelt sich somit um den ältesten Skifund der Welt, wobei der Ski über 5000 Jahre alt ist!
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05.01.2011
Der Tourismus hatte bereits 1937 erfolgreich Einzug in Salla gehalten, als die ersten Finnischen Weltmeisterschaften im Abfahrtslauf in der alten Bergtundra von Sallatunturi stattfanden. Es nahmen rund zwanzig Länder teil, darunter die finnischen Klasse-Skifahrer Aarne Valkama und Erkki Penttilä.
So wie jeder andere aus dem Dorf, machte sich der siebenjährige Aarne Tuuha aus Salla auf, dieses außergewöhnliche Ereignis hautnah mitzuerleben. Er fuhr mit den Langlaufskiern fünf Kilometer bis zur Bergtundra, was für jene Zeiten durchaus üblich war. Es gab natürlich damals bereits Autos in Salla, aber nicht viele, die bis zum eigentlichen Ort des Rennens fuhren. Aarne wurde von seiner Mutter begleitet, die in einem Restaurant vor Ort arbeitete. Natürlich war Aarne gekommen, um das Rennen zu sehen, und deshalb verdrückte er sich auch schnell und heimlich zu den Pisten, in Begleitung seines Freundes mit dem Spitznamen “Der schöne Kurt”. Die beiden Jungs fanden einen perfekten Beobachtungsplatz an der steilsten Stelle der Rennstrecke, wo die meisten der Abfahrer einen Sturz hinlegten. Man konnte hier beeindruckende Geschwindigkeiten mit stobenden Schnee erleben, wenn die Rennfahrer über die 5–10 m breite Abfahrtsstrecke rasten. Es herrschte eine absolut einmalige Atmosphäre unter den zum Großteil einheimischen Zusehern. Dieses unvergleichbare Erlebnis beeindruckte Aarne sehr und erweckte in dem Jungen tiefe Begeisterung für den Skiabfahrtsrennsport.
Heute ist Aarne, für Freunde unter dem Spitznamen Arska bekannt, einer der treibenden Kräfte hinter der Organisation des Skigebietes Salla und bei seiner hiesigen Weiterentwicklung des Skisports…
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05.01.2011
Im Jahre 1960 meinte Gott in seiner Weisheit, dass es bestimmt sei, Teile der Wälder in Tuntsa niederzubrennen. Ich schlief gerade, als Feuerwehrhauptmann Yrjö Tervo mich durch wildes Klopfen am Fenster aus dem Bett holte. Er befahl mir, aufzustehen und mich sofort nach Tuntsa zu begeben, um ein Feuer zu löschen. Mir blieb keine andere Wahl, als mich auf den Weg zu machen. Zunächst suchte ich Kota-Antti auf, wo ich einige Männer zusammensammelte, und gemeinsam begaben wir uns in die Wildnis von Tuntsa. Während unseres Marsches bestiegen wir einen Hügel, von wo aus wir einen weiten Ausblick über das Gebiet hatten. Von unserem Aussichtspunkt aus erkannten wir, dass sowohl der nördliche als auch der nord-östliche Teil des Waldes in Flammen standen. Die Feuersbrunst von Tuntsa zerstörte 10.000 Hektar des heutigen Waldgebietes und insgesamt 20.000 Hektar Land. Der Einsatz von rund 500 Mann war nötig, um das Feuer zu löschen. Die Feuersbrunst von Tuntsa stellt bis heute den größten Waldbrand in Finnland dar.
Kaarlo Niemelä alias Mettä-Kalle.
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05.01.2011
Wir befanden uns auf einem nostalgischem Ausflug nach Korja, auf dem wir unsere ehemalige Heimat auf der heutigen Russischen Seite der Grenze besuchten. Bereits auf dem Wege dorthin hatten einige unserer Gruppe ein bisschen gefeiert und andere damit begonnen, ihre Flaschen zu öffnen. Eine der Teilnehmer war Abgeordnete Ulpu Iivari, welche die Rolle der Gastgeberin eingenommen hatte und jeden aufforderte, einen Becher bereitzuhalten. Die Gastgeberin machte die Runde, wobei sie jedem einen kleinen Schluck russischen Cognacs einschenkte. All jenen, die vor den Kriegszeiten in Korja gelebt hatten, schenkte sie doppelt ein. “Für all jene, die einen Schluck eingeschenkt bekamen, ist dies ein willkommener Trinkspruch. Und für all jene, denen doppelt eingeschenkt wurde, ist dies sowohl ein Willkommens-Trinkspruch als auch ein Trinkspruch zu Ehren der Rückkehr in die Heimat unserer Väter.”
Kaarlo Niemelä alias Mettä-Kalle.
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05.01.2011
Vor einigen Jahren plante eine Familie aus Holland eine Rentier-Schlittenfahrt auf dem Hof des Rentierparks Salla. Mitglieder der Familie waren Mutter und Vater mit ihren Söhnen und Töchtern sowie deren Lebensgefährten. Man könnte auch sagen, dass es sich um eine recht große Familie handelte.
Alles fing gut an. Der Rentierführer gab den Familienmitgliedern Anweisungen zur Steuerung des Rentier-Schlittens, und für jedes Familienmitglied wurde ein passendes, zahmes und geschultes Rentier ausgesucht. Zu Beginn der Fahrt wiederholte der Rentierführer nochmals die Sicherheitsanweisungen für den Fall unerwarteter Vorkommnisse während des Ausfluges.
So startete die Gruppe friedlich, wobei der Rentierführer mit seinem eigenen Schlitten vorneweg fuhr und die anderen ihm in einer Reihe, jeweils mit eigenem Rentierschlitten, folgten. Etwa auf halbem Wege geschah dann der unvorhergesehene Vorfall... Aus bis heute unerklärlichen Gründen geriet das letzte Rentier der Gruppe in Panik und brach aus, wobei es tief im Wald verschwand. Sein Mitfahrer aber sprang vom Schlitten ab, da er anscheinend dem Rentier und seiner selbstgewählten, neuen Route nicht ganz traute. Wie es sicherlich bekannt ist, zählen Rentiere zu den Herdentieren, sodass die Panik sich schnell auf die restlichen Tiere ausbreitete. Nach einiger Zeit gestaltete sich die ganze Situation als eher komisch. Sobald die Mitfahrer vom Schlitten gesprungen waren, nutzten die Rentiere die Situation aus und begannen, wie wild umher zu laufen.
Nachdem diese Panik ungefähr eine Minute gewaltet hatte, waren nur noch drei Rentiere unter sicherer Führung ihrer Mitfahrer. Zwei waren jene des Rentierführers, und das dritte gehörte einem untersetzten holländischem jungen Mann, der bei seinem Winterurlaub in Salla vor zwei Jahren an einem Rentierausritt teilgenommen hatte. Lediglich eines der Rentiere hatte die richtige Route gewählt. Jenes weigerte sich, anzuhalten und auf die anderen zu warten, und setzte seinen Weg auf der geplanten Route fort. Mitfahrer in jenem Schlitten war die Mutter der Familie.
Nachdem die Rentierführer die anderen Ausbrecher eingesammelt und zurück auf die Strecke gebracht hatten, erwies sich das Fangen des Rentieres der Mutter als größeres Problem. Jedes Mal, wenn der Rentierführer das Tier gefangen hatte, galoppierte es so schnell es konnte wieder davon. In diesem Moment bemerkte der holländische junge Mann augenzwinkernd: “Lassen Sie sie nur laufen. Je länger die Reise, desto besser für uns. Sie wird bestimmt in ein oder zwei Tagen zurückkommen…” Es handelte sich bei der Dame um die Schwiegermutter des jungen Mannes.
Wir möchten Sie allerdings bezüglich der Planung einer solchen Tour für Ihre eigene Schwiegermutter vorwarnen, da solche Ereignisse nicht im Voraus geplant werden können. Normalerweise folgen unsere Rentiere friedlich ihrer Route und verlassen diese nicht. Aber finden Sie es doch selber heraus - und zwar dann, wenn die Rentiere heimlich den Plan ändern, ohne die Rentierführer vorher zu fragen!
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05.01.2011
In den 70er Jahren machten sich zwei erfahrene Jäger auf den Weg von der Kirche in Salla nach Tuntsa, um während der Jagdsaison im Frühling einen Bären zu erlegen. Während sie so marschierten, führten die beiden folgende Unterhaltung:
“Sag mal, wie jagst du eigentlich Bären”, fragte einer der Männer.
“Na, wir suchen zuerst einen Bach und folgen dann diesem. Einer auf der einen Seite, der andere auf der anderen Seite des Baches. Schließlich versammeln sich doch alle Wildtiere im Frühling mal an einem fließenden Gewässer.” Und so beschlossen sie, dies zu tun.
Sie wanderten am Ufer des sich langsam und friedlich dahin schlängelnden Baches entlang. Manchmal war einer der beiden Männer schneller als der andere und umgekehrt. So vergingen die Stunden. Der Bach schlängelte sich weiter. Nach einer Flussbiegung plötzlich begegnete einer der Männer einem Bären, der gemütlich am Ufer entlang spazierte und sich dann auf seinen Hinterläufen aufrichtete. Beide, sowohl Bär als auch Jäger, erstarrten und blieben wie angewurzelt stehen, wobei letztgenannter eigentlich äußerst erfahren in verschiedensten Lebenslagen war.
Der Mann griff zu seinem Gewehr, zielte ruhig und sah bereits vor seinem geistigen Auge, wie eine Kugel die Brust des Bären traf und spürte bereits den Rückstoß des Geschosses. Er zog den Bolzen und lud nach, immer und immer wieder, alle acht Patronen. Dann wandte er sich seinem Freund zu, der sich hinter ihm angeschlichen hatte, und sagte zu diesem:
“Komm schnell her und bring mir noch ein paar Patronen mehr,” flüsterte dieser so leise wie er nur konnte. Doch der Bär hatte ihn gehört, drehte sich sofort um und stob in den Fichtenwald am Flussufer.
Der Freund des Jägers trat neben ihn und sagte:
“Aber du hast ja nicht einen einzigen Schuss abgefeuert.”
“Zum Teufel auch! Ich habe sämtliche Patronen verschossen”, gab der Mann zurück.
“Keineswegs, nicht einen einzigen! Nicht einen einzigen Schuss, ” stellte der andere Mann fest und trat gegen eine ungefeuerte Patrone im Moos.
Er starrte in echtem Entsetzen darauf.
“Alles verlief genauso wie es sollte – ich vergaß lediglich, auf den Abzug zu drücken,” vernahm er lautstark.
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05.01.2011
Der Winterkrieg war ausgebrochen. Wir wählten etwa ein Dutzend von Männern aus, die mit der Geleitung und Führung von Mensch und Vieh beauftragt waren, über die Savukoski Straße in Richtung Westen zu flüchten. In Kotala mussten wir die Rinder im Stall erschießen, da wir sie nicht mehr mitnehmen konnten. Beim Verlassen von Kotala setzten die Soldaten sofort die Gebäude in Brand. Alles musste dem Erdboden gleichgemacht werden; nichts durfte dem Feind zurückgelassen werden, was für ihn von Nutzen gewesen wäre. Sogar das zerkleinerte Brennholz wurde vernichtet. Es war eine schmerzliche Erfahrung für viele Bauern und deren Frauen, da sie wussten, dass in Kürze ihr gesamtes Hab und Gut dem Erdboden gleichgemacht werden würde.
Kaarlo Niemelä alias Mettä-Kalle.
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