Bewusstsein für die Naturwerte

Auswirkungen von Naturerfahrungen

Die Auswirkungen der Natur auf den Menschen sind vielfältig. Die Beobachtung und der Aufenthalt in der Natur wirken sich positiv auf das Gemüt aus, beruhigen, mindern Stress, erhöhen die Abwehrkräfte und fördern die Bewegung. Das Gesamterlebnis kann auf einem physischen, sozialen, psychischen oder ideologischen Genuss gründen, der das sog. grüne Wohlergehen hervorruft. Menschen suchen in der Natur und der Landschaft Erfahrungen, Erlebnisse und Bedeutsamkeit.

Kulturell gesehen werden als wichtigste Erholungsgebiete die Gebiete erachtet, in denen Landschaft und Natur vor allem als Grundlage für Erholung und Aktivitäten sowie als Quelle für Inspirationen dienen. Die Erholung in der Natur wird erheblich von verschiedenen Strecken gefördert, zu denen z. B. die nationalen Rad- und Wanderstrecken, Motorschlittenstrecken, Paddelstrecken, Langlaufloipen, Wanderrouten und Naturpfade gehören. Salla bietet ein umfassendes Streckennetz für vielfältige Bewegung in der Natur sowie auch die entsprechenden Geräte wie Fahrräder, Skier, Schneeschuhe und Kanus, die von lokalen Unternehmen vermietet werden.

Wertvolle Naturgebiete in Salla

Die Dorflandschaft von Saija in Salla ist eine besondere Kulturlandschaft, die ein Landschaftspflegegebiet gemäß dem regionalen Naturschutzgesetz ist. Die Dorflandschaft von Saija wurde als national wertvolles Landschaftsgebiet vorgeschlagen.


In Salla gibt es bedeutsame Naturschutz- und Natura-Gebiete. Das Wildnisgebiet von Tuntsa beginnt im nördlichen Teil von Salla und erstreckt sich als Europas größtes Wildnisgebiet bis nach Russland. Tuntsa ist ein beliebtes Ausflugsgebiet. Der Naturpark Värriö liegt in Salla, wobei das Betreten des Gebiets einer Genehmigung bedarf. Der Nationalpark Oulanka gehört in seiner Gesamtheit zum Natura 2000- Netzwerk. Die Zugehörigkeit zum Natura 2000- Netzwerk bedeutet, dass die Nutzung des Gebiets begrenzt ist. Zu den erlaubten Aktivitäten gehört die Nutzung der Natur, d. h. eine auf Naturschutz orientierte Aktivität. Im Gebiet von Oulanka wird erachtet, dass Rentierzucht, Angeln, Jagd, Beeren sammeln, Pilze sammeln und Tourismusunternehmen eine Nutzung der Natur darstellen. Der Nationalpark Oulanka gehört zu den beliebtesten Ausflugsgebieten Finnlands mit großen Besucherzahlen, was nicht verwunderlich ist, da das Tourismusgewerbe dort bereits in den 1930er Jahren Fuß fasste.


Die Natur- und Kulturlandschaften des Flusses Oulankajoki sind eine vom Umweltministerium ernannte Kulturlandschaft. Der Oulankajoki beginnt in Salla, von wo aus er in Richtung Süden fließt. So bilden beispielsweise die zu pflegenden Überlaufflächen des Nationalparks eine Traditionsbiotopeinheit, die neben der Artenvielfalt auch einen landschaftlichen und kulturhistorischen Wert hat. Auf den Wiesen gibt es zahlreiche bemerkenswerte Gefäßpflanzen-, Pilz- und Insektenarten.


Die UKK-Strecke ist ein Teil der europäischen Fernwanderstrecke E10, die von ihrem südlichsten Punkt am Gibraltar in den Norden nach Nuorgam führt. Die National- und Naturparks sind die beliebtesten Reise- und Erholungsziele der Strecke. Der Nationalpark Oulanka verzeichnet jährlich ca. 17 000 Besucher, und auf der Bärenrunde, die sich von Sallas Hautajärvi in den Süden sowie in Richtung Kuusamo erstreckt, wird seit den 1950er Jahren gewandert.

Geologie

Die Region der Gemeinde Salla ist ein geologisch bemerkenswertes Gebiet:

Es gibt 9 wertvolle Felsengebiete, 2 wertvolle Moränenbildungen  (Kallunki, Saija) und 4 wertvolle Wind- und Uferablagerungen. In Salla finden Sie als Werke der Eiszeit u. a. das Ufer eines Eissees sowie die Gletschertöpfe.

Das Hügelmoränenfeld von Kallunki liegt südlich von Salla und erstreckt sich als schmales Gebiet von Kursu in den Südosten bis über die Landesgrenze hinaus nach Russland. Das Feld ist sehr fragmentiert, wobei es ca. 60 km lang und ca. 15 km breit ist. Das Hügelmoränenfeld von Saija liegt südöstlich von Savukoski. Das Feld ist kegelförmig und wird in Richtung Saija und Staatsgrenze breiter. Es ist 50 km breit und 20 km lang. Die Moränenbildungen sind in Finnland die vielfältigste Gruppe von geomorphologischen Bodenbildungen, zu der sehr unterschiedliche Bildungen hinsichtlich ihrer Entstehung, Struktur und Form gehören. Die Moränenbildungen weisen eine geologische, biologische und landschaftliche Vielfältigkeit auf, die für die Schutzwerte von erheblicher Bedeutung sind. Die Moränenbildungen sind mit gleichartigen landschaftlichen und lebendigen Naturwerten verknüpft wie Felsen und Kämme: hohe Bergrücken, teilweise offene Vegetationstypen, Schattenhänge oder nährstoffreicher Boden mit Hainen und Mooren. Somit haben die Moränenbildungen eine allgemeine Bedeutung für Wirtschaft, Umweltschutz, Landschaftsschutz, Lehre sowie Erholung und Aktivitäten im Freien. Moränenbildungen haben oft auch eine siedlungs- und gewerbehistorische Kulturbedeutung.

Flora und Fauna

In Salla gibt es Gebiete, die für ihre einzigartige reichhaltige Vegetation bekannt sind. So sind beispielsweise die Grundlage der Vegetation im Nationalpark Oulanka die vielerorts nährstoffreichen Felsen und variierenden Oberflächen, die der Vegetation reichlich verschiedene Lebensräume bieten. Im Gebiet von Oulanka gibt es auch viele Fjellpflanzen weit weg von ihrem hauptsächlichen Verbreitungsgebiet sowie auch südliche Arten, die hier ihren nördlichsten Standort haben. Eine der besonderen Arten ist die Symbolpflanze des Nationalparks Oulanka, die Norne (Calypso bulbosa), die dort schon Anfang Juni blüht.


Der Nationalpark Oulanka ist hinsichtlich seiner Artenvielfalt eins der wichtigsten Schutzgebiete unseres Landes für Gefäßpflanzen-, Moos-, Flechten- und Pilzarten. Vom Artenreichtum und dem Vorkommen seltener Arten zeugt beispielsweise die Tatsache, dass im Nationalpark Oulanka Dutzende Flechtenarten wachsen, die im übrigen Finnland oder sogar ganz Fennoskandinavien nicht vorkommen. Im Gebiet von Oulanka wachsen zudem über tausend verschiedene Pilzarten, und so ist das Gebiet auch wegen seiner Pilzarten ein Schutzobjekt.


Am Treffpunkt für nördliche, östliche und südliche Pflanzenarten ist auch die Tierwelt sehr vielfältig. Viele Arten sind allerdings sehr selten und schwierig zu beobachten. Es gibt sehr viele verschiedene Fischarten wie auch Insektenarten, die von wechselnden Umweltfaktoren aufrecht erhalten werden. In der Region Salla sind die häufigsten Großraubtiere der Vielfraß und der Braunbär, wohingegen Wölfe nur selten gesichtet werden und der Luchs gerade erst dabei ist, sich im Gebiet zu auszubreiten. Der Vielfraß wird als vom Aussterben bedroht eingestuft, der Wolf als stark gefährdet und der Braunbär und der Luchs als gefährdet.

Vogelwelt

Als national wichtige Erholungsgebiete für Zugvögel werden die Gebiete erachtet, in denen regelmäßig in einer Phase der Zugsaison auf einmal die folgende Anzahl an Wasservögeln oder Stelzvögeln vorkommen: In Salla werden mindestens 200 Wasservögel oder 150 Stelzvögel gesichtet. In Salla gibt es 5 regional wertvolle Versammlungsgebiete von Vögeln.

1. Leusjärvi (7378334/586629). 111 ha. Saison: Frühjahr, Sommer und Herbst. Begründung: Anzahl der Wasservögel, Kriterienarten Kampfläufer, Zwergmöwe, Odinshühnchen, Reiherente. Gebietscode 920335.

2. Aapa - Tuohilampi (7430700/581287). 30 ha. Saison: Frühjahr, Sommer und Herbst. Begründung: Wasservögel, Kriterienarten Saatgans, Reiherente, Spießente und Zwergsäger. Gebietscode 920336.

3. Leväjärvi (7398732/595065). 90 ha. Saison: Frühjahr. Begründung: Saatgans. Gebietscode 920337.

4. Onkamojärvi (7407533/591996). 1910 ha. Saison: Frühjahr und Herbst. Begründung: Gänsesäger, Trauerente. Gebietscode 920338.

5. Termusjärvi (7419002/570208). 79 ha. Saison: Frühjahr, Sommer und Herbst. Begründung: Anzahl der Wasservögel, Kriterienarten Reiherente, Samtente, Odinshühnchen. Gebietscode 920339.

Diese decken eine Fläche von 2110 ha ab, einschließlich der RAMSAR- und FINIBA- Gebiete. RAMSAR- Gebiete sind international wertvolle Feuchtgebiete. Als Auswahlgrundlage dienen eine Reihe von im Ramsar-Vertrag genannten Kriterien, die das Gebiet erfüllen muss. Ein Auswahlkriterium kann sein, dass das Gebiet selten oder einzigartig ist, wobei auch das Vorkommen von bedrohten Tier- und Pflanzenarten die Auswahl beeinflussen kann. FINIBA-Gebiete sind wichtige Vogelgebiete in Finnland, wobei es im ganzen Land 411 solcher Gebiete gibt. Die Gebiete sind hinsichtlich des Naturschutzes wichtige Nist- oder Versammlungsgebiete für bedrohte, potenziell bedrohte und international besonders verantwortete Vogelarten. Die meisten wichtigen Vogelgebiete befinden sich in Lappland, Nordösterbotten und Nord-Karelien. In Salla gibt es vielfältige Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. Vogeltürme und Aussichtstürme sowie weitere für die Vogelbeobachtung geeignete Orte finden Sie auf unserer Homepage.


Laut einer Untersuchung nisten in Salla 41 für den Artenschutz wichtige Vogelarten sowie auch geheimzuhaltende und bedrohte Vogelarten. Es gibt gesetzlich geheimzuhaltende Arten, da eine Veröffentlichung der Informationen den Schutz der entsprechenden Art gefährden könnte. In Salla gibt es die Nordfledermaus, die wie andere Fledermausarten gemäß dem Naturschutzgesetz eine geschützte Art ist.

Vielerlei Nutzen aus der Natur

Die Natur von Salla ist emissionsarm, sauber und geschützt. In Salla gibt es keinen Bergbau oder Gewässerbebauungsmaßnahmen, die eine erhebliche Änderung der Landschaft verursachen würden. Der Anteil an Industrieemissionen ist hier gering. Daher weist die Natur vielerlei Nährstoffe auf. Aus den Wäldern und Mooren kann Nahrung bezogen werden, wie Beeren, Pilze und Wild sowie Nutzpflanzen, medizinische Mittel und sauberes Wasser. Die Jedermannsrechte ermöglichen beispielsweise das Sammeln von vielen Pflanzen, Beeren und Pilzen in unserer Natur.

Die Wälder Lapplands werden nach dem Prinzip der nachhaltigen Nutzung mit Durchforstungen und Verjüngungshieben gepflegt. Mit der auf der nachhaltigen Nutzung gründenden Holzproduktion werden langfristig die Schwächung der Vielfältigkeit der Waldnatur verhindert, der Nährstoffgehalt des Bodens und die Bindung von Kohlenstoff aufrechterhalten und Voraussetzungen für Erholung und Tourismus geschaffen. Die großen Wälder, Moore und reichhaltige Vegetation tragen zur sauberen Luft bei, die wir atmen. Die Waldvegetation und der Boden sind auch sehr wichtig für das Filtern des Grundwassers. Salla hat hochwertiges Trinkwasser, und es gibt saubere See- und Flussgewässer sowie Bäche und Sümpfe, deren Wasser als solches getrunken werden kann.

Die Funktion der Ökosysteme als Kohlenstoffsenke ist ein besonders wichtiger Regulierungsdienst für die Eindämmung des Klimawandels und die Klimaanpassung. Die Ökosysteme wie Meere, Wälder, Steppen und Moore binden ca. die Hälfte der von Menschen verursachten Kohlendioxidemissionen. Ein Kubikmeter Holz bindet ca. 0,9 Tonnen Kohlendioxid. Die Wälder Finnlands wachsen rund 100 Millionen m³ im Jahr, so dass unsere Wälder jedes Jahr über 90 Millionen Tonnen Kohlendioxid binden. Zudem wird Kohlendioxid im Boden gespeichert, da nicht das gesamte Laubstreu zersetzt wird. Finnlands Kohlendioxidemissionen betragen insgesamt ca. 60-65 Millionen Tonnen im Jahr. Finnlands Wälder säubern also die gesamten eigenen CO²- Emissionen Finnlands sowie zusätzlich weitere 25-30 Millionen Tonnen Emissionen anderer europäischer Länder.

 



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